Dienstag, 18 September 2018

Was ist die Electric GT?

Die Electric GT ist die erste rein elektrische GT-Rennserie der Welt. Zehn Teams mit insgesamt 20 Fahrern – darunter auch große Namen aus anderen Rennserien – werden Ende 2018 in ihre erste Saison gehen. Im ersten Jahr der internationalen Meisterschaft setzt die EGT ausschließlich auf Einheitsfahrzeuge von Tesla. In den nachfolgenden Saisons ist der Einstieg anderer großer Hersteller erwünscht.

Seit Februar 2018 ist die EPCS eine von der FIA anerkannte Rennserie. Die Rennen werden auf renomierten Rennstrecken wie dem Nürburgring stattfinden.

Im Zentrum des Serienkonzepts stehen grüne Werte wie Umweltfreundlichkeit, Sparsamkeit und Nachhaltigkeit. Um diese zu promoten, ist für die Rennwochenenden ein großes Rahmenprogramm mit Infoständen und Showcases zu neuen Technologien und Innovationen geplant.

Ablauf einer Rennveranstaltung

An den Rennwochenenden wird es jeweils ein 20-minütiges Training, ein 30-minütiges Qualifying sowie zwei Rennen mit je 60 Kilometern Distanz geben.

Die Qualifikation wird aus drei einzelnen Heats bestehen, ähnlich wie im Rallycross. In den ersten zwei Heats starten jeweils zehn Fahrzeuge in ein Drei-Runden-Sprintrennen. Über ihren Startplatz im Heat bestimmt die aktuelle Meisterschaftsposition.

Die Top 3 aus beiden Läufen treten anschließend in einem Sechser-Shoot-out abermals gegeneinander an, um die ersten sechs Startpositionen auszufechten.

Die weiteren Positionen ergeben sich aus den Ergebnissen der anderen Qualifying-Heats: Platz 7 geht an den Viertplatzierten aus dem schnellsten Heat, Platz 8 an den Viertplatzierten aus dem langsamsten Heat. Platz 9 geht an den Fünften aus dem schnelleren Heat, Platz 10 an den Fünften aus dem langsameren Heat, und so weiter.

Die Rennen müssen mindestens 50 Kilometer lang sein und dauern 30 Minuten plus eine Runde.

Während das erste Rennen bei Tageslicht starten wird, fährt die EPCS den zweiten Lauf in der Dämmerung. Die Startaufstellung des Dämmerrennens ergibt sich aus den Positionen des ersten Laufs, wobei die Top 6 in umgekehrter Reihenfolge starten.

Des Weiteren wird es im Rahmen eines Renntages einen Drift-Off-Wettbewerb geben, an dem Sieger der beiden EPCS-Rennen und zwei weitere Fahrer, die über soziale Medien von Zuschauern und Fans gewählt werden. Die Piloten müssen in diesem Event ihre Fahrzeuge durch einen Driftkurs manövrieren.

 

Das wie in allen FIA-Serien gängige Punkteschema kommt auch in der EPCS zum Einsatz (25-18-15-12-10-8-6-4-2-1). Zusätzlich werden 3 Punkte für die Pole-Position und 2 Punkte an den Fahrer mit der schnellsten Rennrunde vergeben. In einem Drift-Off-Wettbewerb werden weitere 3 Zähler verteilt. Die maximale Punkteausbeute für einen Fahrer beträgt damit also 33 Zähler pro Rennen.

Anders als in der Formel E ist in der Electric GT kein Fahrzeugwechsel beim Boxenstopp nötig, da die Batterie der Tesla-Fahrzeuge die gesamte Renndistanz durchhält. Nichtsdestotrotz könnte es Boxenstopps zum Reifenwechsel geben – insbesondere bei Regenrennen. Über die Lebensdauer der Reifen, die wie in der Formel 1 von Pirelli geliefert werden, ist noch nichts bekannt.

Offizieller TV-Partner der Electric Production Car Series ist die MEDIAPRO Group. Dabei sollen die Rennen sowohl im TV als auch im Stream weltweit auf sozialen Netzwerken und anderen Plattformen geben (vermutlich Youtube, Twitch etc.).

Vor der ersten Saison testete die Electric GT lange Zeit mit einem leicht modifizierten Tesla Model S P85+ auf verschiedenen Rundkursen. Dazu zählten der Circuit de Barcelona-Catalunya und der Circuit Paul Ricard nahe Le Castellet. Am Steuer saßen unter anderem Agustin Paya, der zeitgleich als Technischer Direktor der Electric GT fungiert, Guillaume Meura und Heinz-Harald Frentzen. Insgesamt wurden bei weit mehr als 500 Testkilometern wichtige Daten über das Verhalten von Auto und Reifen gesammelt.

Wie die Verantwortlichen der Electric GT verlauten ließen, wurde eine gemeinsame Basis am Circuit Pau-Arnos in Frankreich gefunden. Von dort aus leitet ein internationales Team die Geschehnisse der Elektroserie.

Seit ihrer ersten Saison unterstützen mehrere hochrangige Partner die Electric GT. Dazu gehören unter anderem der Logistik-Partner DHL, der auch die Formel E unterstützt. OMP Racing liefert das Sicherheitsequipment, während Pirelli die Reifen zur Verfügung stellt. Inoffiziell gilt auch Tesla als Verbündeter, da der Elektroauto-Riese aus dem Silicon Valley die Fahrzeuge der GT-Serie zur Verfügung stellt. Die internationale Anwaltskanzlei Baker & McKenzie unterstützt die Electric GT rechtlich.

Die Geschäftsführung der Electric GT hat der schottische Unternehmer Mark Gemmell (links im Bild) übernommen. Er tritt als CEO und treibende Kraft in der Öffentlichkeit auf.

Der Spanier Agustin Paya (rechts) begleitet die Electric GT als Technischer Direktor. Paya beendete 2015 als erster Rennfahrer überhaupt die Rallye Dakar mit einem Elektroauto.

Pierre Delettre hat in der Electric GT die Rolle des Sportdirektors inne. Während der Debütsaison der Formel E trat er in der ersten elektrischen Rennserie überhaupt als Rennleiter auf.

Luis Rodrigues ist mit dem Business Development der Electric GT beauftragt worden.

Jordi Lopez arbeitet als PR-Chef der Rennserie.

Angelique Luque übernimmt die Betreuung der Social-Media-Kanäle.

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