Montag, 12 Februar 2018

Was ist die Electric GT?

Die Electric GT ist die erste rein elektrische GT-Rennserie der Welt. Zehn Teams mit insgesamt 20 Fahrern – darunter auch große Namen aus anderen Rennserien – werden 2017 in ihre erste Saison gehen. Im ersten Jahr der internationalen Meisterschaft setzt die EGT ausschließlich auf Einheitsfahrzeuge von Tesla. In den nachfolgenden Saisons ist der Einstieg anderer großer Hersteller erwünscht.

Anders als die Formel E wird die Electric GT nicht vom Automobilweltverband FIA unterstützt. Nichtsdestotrotz finden die Rennen auf renommierten Rennstrecken wie etwa dem Nürburgring statt.

Im Zentrum des Serienkonzepts stehen grüne Werte wie Umweltfreundlichkeit, Sparsamkeit und Nachhaltigkeit. Um diese zu promoten, ist für die Rennwochenenden ein großes Rahmenprogramm mit Infoständen und Showcases zu neuen Technologien und Innovationen geplant.

Ablauf einer Rennveranstaltung

An den Rennwochenenden wird es jeweils ein 20-minütiges Training, ein 30-minütiges Qualifying sowie zwei Rennen mit je 60 Kilometern Distanz geben. Das erste der beiden Rennen findet am helllichten Tag statt, das zweite bei Einbruch der Dunkelheit.

Über das Punktesystem der Electric GT ist momentan noch wenig bekannt. Voraussichtlich kommt das seit 2010 in allen FIA-Serien gängige Schema zum Einsatz (25-18-15-12-10-8-6-4-2-1). Möglicherweise könnte auch das klassische GT-Punktesystem (10-8-6-5-4-3-2-1) Anwendung finden. Ob es ein sogenanntes Streichergebnis geben wird, wird in den kommenden Monaten bekanntgegeben.

Anders als in der Formel E ist in der Electric GT kein Fahrzeugwechsel beim Boxenstopp nötig, da die Batterie der Tesla-Fahrzeuge die gesamte Renndistanz durchhält. Nichtsdestotrotz könnte es Boxenstopps zum Reifenwechsel geben – insbesondere bei Regenrennen. Über die Lebensdauer der Reifen, die wie in der Formel 1 von Pirelli geliefert werden, ist noch nichts bekannt.

Aktuell ist keine Live-Übertragung im Fernsehen angedacht. Stattdessen setzt die Electric GT auf Live-Streams im Internet, die über YouTube, Twitch und Periscope angeboten werden. Sie sollen auf der ganzen Welt frei empfangbar sein.

Vor der ersten Saison testete die Electric GT lange Zeit mit einem leicht modifizierten Tesla Model S P85+ auf verschiedenen Rundkursen. Dazu zählten der Circuit de Barcelona-Catalunya und der Circuit Paul Ricard nahe Le Castellet. Am Steuer saßen unter anderem Agustin Paya, der zeitgleich als Technischer Direktor der Electric GT fungiert, Guillaume Meura und Heinz-Harald Frentzen. Insgesamt wurden bei weit mehr als 500 Testkilometern wichtige Daten über das Verhalten von Auto und Reifen gesammelt.

Wie die Verantwortlichen der Electric GT verlauten ließen, wurde eine gemeinsame Basis auf der Iberischen Halbinsel in Spanien und Portugal gefunden. Von dort aus leitet ein internationales Team die Geschehnisse der Elektroserie.

Seit ihrer ersten Saison unterstützen mehrere hochrangige Partner die Electric GT. Dazu gehören unter anderem der Logistik-Partner DHL, der auch die Formel E unterstützt. OMP Racing liefert das Sicherheitsequipment, während Pirelli die Reifen zur Verfügung stellt. Inoffiziell gilt auch Tesla als Verbündeter, da der Elektroauto-Riese aus dem Silicon Valley die Fahrzeuge der GT-Serie zur Verfügung stellt. Die internationale Anwaltskanzlei Baker & McKenzie unterstützt die Electric GT rechtlich.

Die Geschäftsführung der Electric GT hat der schottische Unternehmer Mark Gemmell (links im Bild) übernommen. Er tritt als CEO und treibende Kraft in der Öffentlichkeit auf.

Der Spanier Agustin Paya (rechts) begleitet die Electric GT als Technischer Direktor. Paya beendete 2015 als erster Rennfahrer überhaupt die Rallye Dakar mit einem Elektroauto.

Pierre Delettre hat in der Electric GT die Rolle des Sportdirektors inne. Während der Debütsaison der Formel E trat er in der ersten elektrischen Rennserie überhaupt als Rennleiter auf.

Luis Rodrigues ist mit dem Business Development der Electric GT beauftragt worden.

Jordi Lopez arbeitet als PR-Chef der Rennserie.

Angelique Luque übernimmt die Betreuung der Social-Media-Kanäle.

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