Electric GT wird FIA-Serie & gibt Namensänderung bekannt

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Es ist offiziell: Wenige Tage nach dem bestandenen FIA-Crashtest gab die Electric GT am Donnerstagmorgen bekannt, ab 2018 unter Aufsicht des internationalen Automobil-Dachverbandes als offizielle FIA-Rennserie an den Start zu gehen. Die Tesla-Serie ändert im gleichen Atemzug zudem ihren Namen und wird fortan als ‚Electric Production Car Series‘, kurz EPCS, bekannt sein.

Nach der Formel E ist die EPCS damit die zweite rein elektrische Rennserie, die unter FIA-Flagge fährt. Der Auftakt in die erste Saison ist für Mitte 2018 mit bis zu 20 Fahrern und zehn Teams angesetzt.

Während im ersten Jahr ausschließlich mit dem Tesla Model S P100D gestartet wird, sollen in den kommenden Jahren auch andere elektrische Serienfahrzeuge in der EPCS an den Start gehen.

Für den Renneinsatz werden die Fahrzeuge weitestgehend ausgebaut und mit Slick-Reifen, Rennbremsen und Sicherheitssystemen wie einem Überrollbügel ausgestattet. Der Antriebsstrang und die Batterie bleiben jedoch wie im Serienfahrzeug.

Extra-Punkte für neuen Drift-Off-Wettbewerb

Neben der Meldung zur Aufnahme ins FIA-Portfolio teilten die Serienverantwortlichen zudem einen ersten Einblick ins Sportliche Regelwerk der EPCS. So wird sich die Serie beispielsweise am standardisierten FIA-Punktesystem orientieren:

Platz 1 Platz 2 Platz 3 Platz 4 Platz 5 Platz 6 Platz 7 Platz 8 Platz 9 Platz 10
25 Pkte. 18 Pkte. 15 Pkte. 12 Pkte. 10 Pkte. 8 Pkte. 6 Pkte. 4 Pkte. 2 Pkte. 1 Pkt.

Zusätzlich werden 3 Punkte für die Pole-Position und 2 Punkte an den Fahrer mit der schnellsten Rennrunde vergeben. In einem Drift-Off-Wettbewerb werden weitere 3 Zähler verteilt. Die maximale Punkteausbeute für einen Fahrer beträgt damit also 33 Zähler pro Rennen.

Das Drift Off ist eine Art Super Special Stage (SSS), wie sie im Rallyesport bekannt ist. Teilnehmen dürfen die Sieger aus dem 1. und 2. Rennen des EPCS-Wochenendes sowie zwei via Social Media vom Publikum bestimmte Fahrer. Die Piloten müssen in diesem Event ihre Fahrzeuge durch einen Driftkurs manövrieren.

Qualifying-System wie im Rallye-Cross

Die EPCS beansprucht für ihre Events ein gesamtes Wochenende, wobei jedoch ausschließlich am Samstag Meisterschaftspunkte vergeben werden. Den Auftakt in ein EPCS-Event soll dabei im Normalfall ein kurzer Shakedown am Freitag bilden, bei dem bei reduzierter Geschwindigkeit alle elektronischen Systeme geprüft werden.

Am Morgen des Renntags steht den Fahrern in einem 20-minütigen Freien Training dann die Rennstrecke bei der vollen Leistung von 585 kW (795 PS) zur Verfügung.

Die Qualifikation wird aus drei einzelnen Heats bestehen, ähnlich wie im Rallye-Cross. In den ersten zwei Heats starten jeweils zehn Fahrzeuge in ein Drei-Runden-Sprintrennen. Über ihren Startplatz im Heat bestimmt die aktuelle Meisterschaftsposition.

Die Top 3 aus beiden Läufen treten anschließend in einem Sechser-Shoot-out abermals gegeneinander an, um die ersten sechs Startpositionen auszufechten.

Die weiteren Positionen ergeben sich aus den Ergebnissen der anderen Qualifying-Heats: Platz 7 geht an den Viertplatzierten aus dem schnellsten Heat, Platz 8 an den Viertplatzierten aus dem langsamsten Heat. Platz 9 geht an den Fünften aus dem schnelleren Heat, Platz 10 an den Fünften aus dem langsameren Heat, und so weiter.

Die Rennen müssen mindestens 50 Kilometer lang sein und dauern 30 Minuten plus eine Runde.

Während das erste Rennen bei Tageslicht starten wird, fährt die EPCS den zweiten Lauf in der Dämmerung. Die Startaufstellung des Dämmerrennens ergibt sich aus den Positionen des ersten Laufs, wobei die Top 6 in umgekehrter Reihenfolge starten.

Rennen am Nürburgring in Planung

Parallel zum EPCS-Rennen auf der Strecke findet der Lauf der EGT-eSports-Serie statt, bei dem professionelle Simracer virtuell ihr Können mit den Fahrern auf der Strecke messen können.

Die Electric Production Car Series soll noch in diesem Jahr in ihre erste Saison starten. Während der genaue Kalender noch bestätigt werden muss, ist unter anderem auch ein Rennen am Nürburgring im Herbst geplant. Weitere Rennen könnten in Spa-Francorchamps (Belgien), Paul Ricard (Frankreich) oder Silverstone (Großbritannien) stattfinden.