Erste Electric-GT-Saison startet im August

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Mark-Gemmell-Electric-GT-Autosport-Stage

Am Donnerstag gab Electric-GT-Chef Mark Gemmell wie erwartet neue Information zur kommenden Saison bekannt. Die neue Elektrorennserie präsentiert sich im Moment auf der Messe Autosport International. Am späten Nachmittag stellte sich Gemmell einigen Fragen auf der Hauptbühne. Nach vollmundigen Ankündigungen erwarteten Fans und Medien konkrete Neuigkeiten – vor allem die Termine des ersten Rennkalenders. Am Ende wurden sie weitgehend enttäuscht.

Kalender macht EGT zur Herbstmeisterschaft

So nannte Gemmell lediglich einen Zeitraum, in dem die Rennen stattfinden sollen. Zudem wurden bisher nur drei Rennstrecken definitiv bestätigt: „Wir können garantieren, dass es sieben Rennen im Kalender geben wird und wir in diesem Jahr das erste Event veranstalten werden. Das Premierenrennen soll Mitte August in Nordeuropa starten. Dann gehen wir weiter Richtung Süden, weil dort zum Saisonende, im späten November, besseres Wetter herrscht.“ Der Spanier bestätigte die Kurse Paul Ricard, Barcelona und den Nürburgring.

Nach dem Start in Europa ist die Electric GT daran interessiert, auch international zu wachsen. China habe bereits erkannt, dass die Zukunft elektrisch sein wird und sei schon mit der EGT im Gespräch, verrät Gemmell. Deshalb soll es in der zweiten Saison in die Großmärkte China und Nordamerika für die Rennserie gehen.

2 neue Fahrer, 1 neuer Sponsor

Während des Gesprächs auf der Messebühne bestätigte Gemmell darüber hinaus zwei neue Fahrer für den Drivers‘ Club. Demnach werden Olivier Lombard (Frankreich) und George Richardson (England) in der ersten EGT-Saison an den Start gehen und dem bisherigen Starterfeld Gesellschaft leisten. Mittlerweile stehen damit 15 von 20 Piloten fest: Stefan Wilson, Vicky Piria, Dani Clos, Leilani Münter, Tom Coronel, Alice Powell, Tom Onslow-Cole, Ricardo Teixeira, Jeroen Bleekemolen, Kevin Ceccon, Stephen Cox, Oliver Webb, Emma Kimiläinen und eben Lombard und Richardson.

Neben den Fahrern kam ein neuer Sponsor an Bord. Magnum Cap, ein Unternehmen, dass sich mit Ladetechnologie auseinandersetzt, soll einen Ladevorgang der EGT-Fahrzeuge an der Strecke in einer bis anderthalb Stunden erlauben.

 Marc Gemmel Autosport international

In Saison eins stattet die Electric GT alle zehn Teams mit jeweils Autos aus, weil sie sicher gehen will, dass alle Rennställe mit gleichen Standards arbeiten und guter Rennsport entsteht. Die EGT erstattet den Teams die Renngebühren und stellt ihnen die Transport- und Unterbringungsmöglichkeiten. Das soll dabei helfen, die Teilnehmer besser in den Sport einzuführen, und ihnen Zeit geben, um sich zurechtzufinden.

Im ersten Jahr wird es für die Teams noch keine Möglichkeiten geben, selbst am Fahrzeug zu entwickeln. In Saison zwei jedoch – so ist jedenfalls das Ziel – wird den Teams erlaubt, Änderungen an der Fahrzeug-Dynamik und womöglich an der Leistungselektronik vorzunehmen.

„Elektrischer Motorsport ist wie vor 100 Jahren“, sagt Gemmell. „Alle Innovationen, die heute in normalen Straßenwagen verbaut sind, kommen aus den Rennsport. Wir machen das Gleiche mit elektrischen Autos. Es ist wichtig, Innovationen zuzulassen, aber nur, wenn wir dabei die Kosten unter Kontrolle halten“, erklärt der CEO weiter.

Format mit 2 kurzen Rennen

Oft nahm Gemmell in seiner Rede auf die Formel E bezug. So auch, als es um das Format der Electric GT ging: „Die Formel E zeigt bereits den neuen Racing-Style.“ So setzt die Electric GT auf kurze Rennen, die circa 30 Minuten dauern werden. Dafür werden am Renntag zwei Läufe ausgetragen.

„Training und Quali am Morgen, am Mittag Unterhaltungsprogramm und Informationsveranstaltungen“, gibt Gemmell Einblick auf den Tagesablauf der EGT. „Dann am Nachmittag gibt es das erste Rennen und in der Dämmerung das zweite. Sowohl die Strecken als auch die Fahrzeuge sollen „speziell beleuchtet“ werden. Was man sich darunter genau vorstellen sollte, verbarg Gemmell hinter einem Grinsen.

„Der Welt zeigen, wie gut Tesla ist“

Electric GT Tesla Car

Mark Gemmell sprach kurz auch über das Thema Tesla. Er erwähnte, welche große Rolle Tesla und dessen CEO Elon Musk bei den aktuellen Entwicklungen spielen. Ob elektrische Mobilität, Solardächer oder das größte Ladenetzwerk für E-Fahrzeuge auf der Welt – Tesla sei Vorreiter. Auch deshalb setzt die Electric GT in ihrer Debütsaison auf Tesla-Power: „Wir wollen der Welt zeigen, wie gut ein Tesla ist. Tesla macht einen super Job. Viele Leute wissen das, einige aber nicht. Nun gilt es zu zeigen, dass Tesla so gut ist, wie das Unternehmen selbst von sich sagt“, so Gemmell.

Der Spanier betonte allerdings auch die Wichtigkeit des Wettbewerbes: „Das ist der Grund, warum es Racing gibt – Fahrzeuge und Systeme an ihre Grenzen zu treiben und am Ende zu sehen, wer der Beste ist“, so der CEO der Electric GT. Ab Saison zwei seien weitere Hersteller in der Elektromeisterschaft willkommen, hieß es schon vor einigen Monaten.

Electric GT fokussiert Gaming-Sektor wie Formel E

Auch das Thema Online- und Virtual-Racing sei für die Electric GT von großer Bedeutung. Die Formel E habe am 7. Januar mit einem großen eSport-Event in Las Vegas bereits vorgemacht, wie es gehen kann: „Wir wollen auch virtuelles Racing einbringen, ähnlich wie in der Formel E. Der Plan ist, Live-Telemetrie in eine Online-Plattform einzubinden, sodass die Fans gemeinsam mit den Fahrern auf der Strecke sein können. Wir wollen die beiden Welten verbinden“, so Gemmell.

Foto: EGTChampionship (Twitter)