Offizielle Präsentation der Electric GT auf Ibiza

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Die Electric GT Championship hätte ihre Präsentation kaum spektakulärer inszenieren können: Am 27. September stellte die erste vollelektrische GT-Serie der Geschichte auf Ibiza ihr zukünftiges Renngefährt vor – einen leicht modifizierten Tesla Model S P85+ / P85 mit Hinterradantrieb und 400 bis 500 kW Leistung. Das Fahrzeug wird den Namen „EDT Car V1.3“ tragen. Das stimmungsvolle Video der Vorstellung findet ihr unter diesem Text.

In der Premierensaison wird die Electric GT gänzlich auf Fahrzeuge des US-Herstellers Tesla setzen. Diese sollen weitestgehend im Originalzustand bleiben. Laut Agustín Paya, dem Technischen Direktor der Electric GT Holding, befindet sich sowohl der E-Antrieb inklusive Batterie als auch die Steuerungselektronik im Serienzustand. Dennoch gab es ein kleines Update für den E-Boliden: Neben der Gewichtsreduktion, einem verbesserten Kühlsystem, Federn und neuen Bremsen wurde dem EDT CAR 1.3 noch ein frischer Look inklusive optimierter Aerodynamik spendiert.

Die Entscheidung für das Model S P85+/85 wurde ganz bewusst getroffen, obwohl Tesla Fahrzeuge mit mehr Leistung anbieten könnte. Dieses Modell ist jedoch das letzte, welches keinen Allradantrieb besitzt: „Heckantriebler werden im Motorsport wegen ihres besseren Kurvenverhaltens und der besseren Gewichtsverteilung traditionell von Fahrern bevorzugt. Im Falle Heck- versus Allradantrieb gilt es, deutlich weniger Komplexität zu bewältigen, wenn es um schnelle Reparaturen und Wartung geht!“, wird Paya von ‚electrek.co‘ zitiert.

Blickt man auf andere Rennserien, zum Beispiel auf den NASCAR Sprint Cup in den USA, findet man auch hochgezüchtete Rennboliden mit Heckantrieb. Wie sich die mehr als zwei Tonnen Gewicht allerdings auf einer Rennstrecke schlagen, wird sich zeigen. Verheißungsvoll schwärmten die Verantwortlichen von einem Fahrzeug, das „wie gemacht für den Rennsport“ sei. Durch den „erstaunlich niedrigen Schwerpunkt“, „unglaubliche Kurvengeschwindigkeiten“ und ein „nie enden wollendes Drehmoment“ habe man mit dem optimierten Model S einen „großartigen Rennwagen“ aufgebaut.

Laut Paya könnte es möglich sein, dass in Zukunft auch andere Fabrikate der GT-Serie beitreten. Vorerst werden die zehn Teams jedoch auf zwanzig EDT Car 1.3 setzen. Geplant ist übrigens keine Zertifizierung durch die FIA. Die Unterstützung des Verbandes wurde aber bereits ausgesprochen. Außerdem werden die Fahrzeuge den Sicherheitsstandards des FIA-Automobilverbandes entsprechen. Die Electric GT wird 2017 starten – genauere Informationen hierzu sind jedoch noch nicht bekannt.