Electric GT plant Tages- und Dämmer-Rennen

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Noch steckt die Electric GT in den Kinderschuhen, doch allmählich drängen immer mehr Informationen an die Öffentlichkeit. Nachdem die erste rein elektrische GT-Rennserie kürzlich ihre Technologie-Partnerschaft mit Reifenausrüster Pirelli verkündete und wir über einen ersten Kalenderentwurf berichteten, wurden nun Details zum Rennformat bekannt.

Demnach sollen die Rennwochenenden rund um die Strecke als Festival der Technologie und Nachhaltigkeit abgefeiert werden. Klingt irgendwie nach Formel E. Die erste Session des Tages soll ein 20-minütiges Freies Training sein. Anschließend erwartet die 20 Piloten eine halbstündige Qualifikation. Dann werden zwei Rennen ausgetragen – eines am Tag, eines in der Dämmerung.

Wohl wegen der beschränkten Reichweite der Batterie sollen die Renndistanzen jeweils nur etwa 60 Kilometer betragen. In der Formel E sind es knapp 100 Kilometer pro ePrix, allerdings mit zwei Autos. Nach aktuellem Stand soll der Rennwagen in der Electric GT nicht während des Rennens getauscht werden. Das Einheitsauto der Serie, Teslas Model S P85+, verfügt über 396 kW (538 PS). Die Formel E leistet aktuell hingegen nur 200 kW (272 PS) im Qualifying-Modus.

Fragezeichen schweben nach wie vor über dem Rennkalender. Wie wir berichteten, soll die Electric GT an sieben Orten fahren. Die besten Karten haben nach aktuellem Stand wohl folgende Strecken: Barcelona, Donington Park, Mugello, Nürburgring, Assen, Estoril und Jarama. Doch auch der französische Circuit Paul Ricard darf sich Hoffnungen machen. Zudem ist in Medienberichten die Rede von drei Läufen in Amerika, die aber nicht zur Meisterschaft zählen sollen (‚Electric Autosport‘). Auch Asien findet Erwähnung in der Berichterstattung (‚Auto Bild‘).

Erste Testfahrten erfolgreich absolviert

Die Fäden der Electric GT halten Serienchef Mark Gemmel und Technikchef Augustin Paya in der Hand. Letzterer fuhr seinerzeit als erster Rennfahrer mit einem rein elektrisch angetriebenen Fahrzeug bei der Rallye Dakar mit. Zudem zählte er vor der ersten Saison zum Drivers‘ Club der Formel E.

Nachdem sein neues „Baby“ bereits die ersten erfolgreichen Schritte auf der Rennstrecke hinter sich gebracht hat, ist Paya begeistert: „Wir haben das Auto bereits auf dem Formel-1-Kurs von Barcelona getestet. Das Handling ist sensationell. Niemand konnte sich vorstellen, dass die Rennversion des Tesla auf der Rennstrecke so gut funktionieren würde“, so der Spanier bei ‚Auto Bild‘.

Die Electric GT, die erst am 9. März 2016 vorgestellt wurde, soll im kommenden Jahr 2017 den Betrieb aufnehmen. Die erste Rennversion des Tesla Model S ist mittlerweile in der finalen Entwicklungsphase angelangt und wird in den kommenden Wochen ausgiebig getestet. Die Rennen sollen schließlich via YouTube, Periscope und Twitch gestreamt werden. Außerdem will die EGT ihren Fans die Möglichkeit geben, direkt mit den Teams zu interagieren – auf welche Weise auch immer.