Hauptsitz in Spanien & Portugal, Rennen am Nürburgring?

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Das Tourenwagen-Pendant zur Formel E, die neu ins Leben gerufene Electric GT-Serie, hat ihr Hauptquartier gefunden. Die Elektroserie hat sich auf der Iberischen Halbinsel in Spanien und Portugal niedergelassen. Das verkündeten die Serienverantwortlichen auf ihrem Twitteraccount.

Als Teststrecken sollen für die Serie gleich zwei Kurse gefunden worden sein: Zum einen die ehemalige Formel-1-Strecke in Jarama nahe Madrid (im Formel-1-Kalender von 1969 bis 1981) und der Circuit de Barcelona-Catalunya (seit 1991 Austragungsort des Spanien-Grand-Prix).

Auch in Portugal soll es Werke der Serie geben. Tesla, der weltweit populärste Hersteller für Elektroautos, wird der Serie seine Fahrzeugmodelle Model S P85+ zur Verfügung stellen. Die Autos werden leicht modifiziert, jedoch sind keine bemerkenswerten Änderungen am Antriebsstrang zu erwarten. Die Rennen sollen mit der gleichen Leistung, die ein Straßenwagen von Tesla aufbringen kann, ausgetragen werden.

Dem Racing sollte das trotzdem nicht schaden, schließlich beschleunigt das Tesla-Supercar in rund 3,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Vorerst bleibt der US-Konzern der einzige Fahrzeughersteller für die Electric GT, obwohl sich die Serienverantwortlichen wünschen, dass in der Zukunft weitere Autohersteller wie Mercedes, Audi oder sogar Rimac der Serie beitreten. Neben dem Wissen von Tesla-Ingenieuren soll auch Know-how von Renningenieuren aus der Formel E in die Serie fließen.

Um einen Kalender aufzustellen, verhandelt die Electric GT zurzeit mit verschiedenen Kursen auf der ganzen Welt. Die Rennen sollen, anders als in der Formel E, auf permanenten Rennkursen stattfinden. Auf der Wunschliste tauchen neben den beiden Strecken in Madrid und Barcelona Namen wie Donington, Mugello, Assen, Estoril oder der Nürburgring (GP-Strecke) auf. Auch in Amerika und Asien schaue man sich um. Welche Strecken es aber in den finalen Kalender schaffen, bleibt offen.

Schlüsselrollen bereits besetzt

Auch Fahrer und Fahrerinnen werden momentan noch gesucht. Während die Serie für diese ein eigenes Ausschreiben gestartet hat, hat das kleine Organisationsteam bereits erste Schlüsselrollen für den Aufbau der Electric GT besetzen können. Als Geschäftsführer wird demnach der Unternehmer Mark Gemmell eingesetzt. Der Schotte, der künftig die Fäden der Serie in der Hand halten soll, hatte die Idee der Formel-E-Schwesterserie.

Die Rolle des Technischen Direktors soll vom spanischen Technik-Guru und Rennfahrer Agustin Paya übernommen werden. Wie ‚e-Formel.de‘ weiß, war Paya schon bei den Mahindra-Testfahrten im vergangenen Februar an der Strecke und ließ sich in die Abläufe des Teams einführen. Paya war vor der ersten Formel-E-Saison Teil des Drivers‘ Club der Formel E.

Ricardo Fraguas Poole, der im spanischen TV die Formel E kommentiert, soll ebenfalls einen Vertrag bekommen haben. Der in London lebende Spanier wird von seinem Landsmann Javier Aybar künftig Unterstützung in der PR-Arbeit bekommen. Weitere Positionen im Electric-GT-Team sind noch nicht bekannt.

Schon im nächsten Jahr soll das erste Electric-GT-Rennen ausgetragen werden. Unterstützt wird das Projekt vom royalen spanischen Motorsportbund und der FIA. Da GT-Rennen in vielen Ländern weitaus beliebter als Formelserien sind, könnte die Electric-GT-Serie gute Chancen haben: Ob sie diese Erwartungen erfüllen kann, bleibt allerdings abzuwarten.